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Geschäftsidee für Hotels: IntraGuest – Intranet für Gäste

Heute möchte ich euch eine Geschäftsidee für Hotels vorstellen und mal eure Meinungen dazu einholen. Die Grundidee ist ganz einfach. Es soll sich um eine Art Intranet für Hotelgäste handeln. Ich habe es mal IntraGuest genannt. (Diese Idee kam mir übrigens beim WLAN-Login im Hotel Mooshof, über den ich hier ja neulich berichtet habe.)

Wie komme ich darauf? In allen von mir besuchten Hotels wird nach dem Login in das WLAN auf die Webseite des Hotels weitergeleitet. Was für eine Verschwendung von Aufmerksamkeit! Der Gast ist doch bereits im Hotel. Die Webseite soll Gäste ins Hotel „locken“ – sie hat einen Fokus, der in diesem Moment für den Gast, der bereits dort ist, keinen Sinn hat!

Statt dessen sollte man den Gast eben auf das IntraGuest, das Intranet für Hotelgäste, weiterleiten. Diese Seite könnte man ebenfalls als Startseite für offene Terminals (beispielsweise in der Lobby) einrichten.

Was für Informationen und Funktionen könnte dieses IntraGuest nun haben? Hier einige Vorschläge aus der Praxis:

  • Viele Hotels legen tägliche Informationen beim Frühstück aus. Alles darin enthaltene sollte auch online bereitgestellt werden: Motto des Tages, Wetterprognose, Tipps zu Veranstaltungen am Tag, Kurse/Angebote im Hotel, Hotelangebote des Tages, etc.
  • Dazu eine komplette Datenbank mit allen Sehenswürdigkeiten und Tipps rund um das Hotel.
  • In allen Hotels liegen Informationsmappen aus, die Möglichkeiten zum Haus geben. (Wann hat das SPA geöffnet? Wann gibt es Essen? Welche Rufnummern gibt es hausintern? etc.). All diese Informationen sind leicht digital verfügbar zu machen. Optimal wäre es dem Gast nur die Optionen anzuzeigen bzw. hervorzuheben, die in seinem gebuchten Paket enthalten sind.
  • Ein Schritt weiter gehend könnte man auch Bedienungsanleitungen zu Geräten auf den Zimmern verfügbar machen. Wer weiß schon auf Anhieb, wie so eine Erlebnisdusche funktioniert? Optimal wäre es nur solche Bedienungsanleitungen für Geräte anzuzeigen, die auch auf dem Zimmer dieses Gasts verfügbar sind.
  • In vielen Hotels wird bereits morgens aus der Menüs des Tages gewählt, was man abends essen möchte. Das könnte man leicht online abbilden.
  • Auf einem Kalender können freie Termine im SPA für Behandlungen anzeigen und buchbar zu machen. Dabei könnte man kurzfristige Termine mit Sonderkonditionen versehen.
  • Generell könnte man ein Belegungsstatus (Solarium, Billiard, etc.) anzeigen, wenn die Räume entsprechend elektronisch prüfbar sind.
  • Uns so weiter. Je nach Angeboten des Hauses, fallen euch bestimmt noch hunderte tolle Optionen für so ein Hotelintranet für Gäste ein.

Was bringt es dem Hotel? Neben einem rundem Service für Gäste durch ein Intranet für sie sehe ich hier auch gute Möglichkeiten der Umsatzsteigerung beispielsweise durch den Verkauf von Sonderangeboten an die Gäste, bessere Ausnutzung vorhandener Angebote, etc. Auch könnte man spezielle Hotelpartner – ggf. kostenpflichtig – im Intranet bewerben.

Beleibt die Frage, wie man dem Gast das IntraGuest schmackhaft macht. Auch hier gibt es zahlreiche kreative Möglichkeiten. Zum einen sind die Informationen dort reichhaltiger und aktueller als sie sonst in gedruckter Form. Zudem könnte man spezielle Sonderangebote oder Gutscheine ausschließlich über dieses System verfügbar bzw. buchbar machen.

Und jetzt seid ihr dran: Was haltet ihr von dieser Idee? Glaub ihr, Gäste würden so etwas nutzen? Wenn ja: Was für sinnvolle Optionen würdet ihr noch sehen?

Warum veröffentliche ich hier so eine Geschäftsidee einfach so? Weil ich glaube das es eine sinnvolle Idee ist, die umgesetzt werden sollte – egal von wem. Ich bin dabei natürlich gerne behilflich oder lasse mich gerne mal einladen, wenn du diese Idee irgendwo umgesetzt hast. 😉

Anders ausgedrückt: Wenn du ein Hotelier bist und die Idee umgesetzt haben willst, schick mir eine E-Mail. Wenn du sie von anderen hast umsetzen lassen, lade mich doch einfach ein, damit ich darüber berichten kann. Oder wenn du ein Dienstleister für Hotels bist, der solche Systeme baut – ich berate und konzeptioniere gerne für dich.

7 Comments

  1. Ich finde deine Idee gar nicht so schlecht.

    Die Intension, warum der Gast nur das sehen darf, was er ohnehin gebucht hat, erschließt sich mir allerdings nicht. Warum nicht Dinge der nächsthöheren Zimmerkategorie schmackhaft machen?

    Aus Datenschutzaspekten finde ich es kritisch, wenn ein Zusammenhang zwischen den Surfdaten und dem Hotelgast hergestellt wird. Ich weiß, das solche Daten gerne zum Zwecke der Betreiberhaftung gespeichert werden – aber hier liegt der Zweck ganz klar bei Straftaten.

    Allerdings müßte ein Hotel es erst einmal schaffen, den Gast überhaupt ins eigene Netzwerk zu locken. Einige Hotels verlangen für einen Tag Internet teilweise 10 bis 16 Euro. Dort, wo die Telekomiker die Technik stellen, soll man 8 Euro für die Stunde abdrücken. Und wenn ich die Wahl zwischen einem Surfstick mit Tagessätzen von 2,50 und völlig überteuertem Internet habe, dann werde ich wohl auf die Möglichkeiten des IntraGuest verzichten.

  2. Danke für deine Hinweise zum Datenschutz: In der Tat müsste man abklären, was man in den jeweiligen Ländern innerhalb der rechtlichen Rahmenbedinungen benutzerbezogen anzeigen bzw. machen darf. Im Zweifelsfall kann ich das aber auch als Gast bei der Zuteilung meines Logins ggf. absegnen. Ich würde das machen, wenn ich mir davon einen Mehrwert für mich persönlich verspreche. Und solange die Daten nur auf einem internen Server genutzt werden aber nicht auf das externe Surfverhalten angewendet werden hätte ich da weniger Bedenken. (Das Hotel weiß ja eh, was ich gebucht habe.)

    Sicherlich sollte man dem Gast auch die Möglichkeiten die er nicht gebucht hat um sie ihm schmackhaft zu machen. Die Frage ist allerdings ob das geht. Beispielsweise bei den Anleitungen steht nun mal nicht jedes Gerät in jedem Zimmer.

    Was die Kosten angeht gebe ich dir völlig Recht: Mit einem kostenpflichtigen Dienst kann man die Idee völlig vergessen. Aber sowohl im Hotel Mooshof als auch aktuell im Hotel Theresia ist das WLAN so wie es sein soll: Kostenfrei.

  3. Ich finde deine Idee ziemlich gut! Ich wünsche mir, dass sich das rumspricht. Ich kenne bisher kein Hotel, dass das umsetzt.

  4. Super Idee! Aber ich fürchte auch, dass kaum ein Hotel es umsetzen wird. Ich war gerade auf einem Seminar für Hoteliers und wieder einmal zeigte sich totales Unverständnis bei den Teilnehmern, wieso jemand foodspotting oder foursquare oder ähnliches nutzt. das Hotel, in dem wir wohnten „gängelt“ sogar seine Gäste, indem es kein WLAN auf den Zimmern gibt. O-Ton: Unsere Gäste sollen nicht arbeiten!
    Es wäre schön so ein Intranet zu haben, aber es wird wohl noch Jahre brauchen…

  5. Hallo Jan,

    eine wundervolle Idee, gratuliere! Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und das IntraGuest interaktiver machen. Wir kennen das ja vom Web 2.0:

    1) Jeder Gast könnte sich ( z.B. mit seinem XING oder FB-Profil) in die Hotelcommunity einklingen um zu weiteren Gästen Kontakt herzustellen. Erfahrungsaustausch ist auch gut für das Hotel: So weiß es, was ankommt und was nicht.

    2) Wer alleine da ist aber z.B. nicht gerne alleine essen möchte, sollte die Gelegenheit haben, sich mit anderen Gästen zu treffen. Ein internes Microblogging / Location Based Service kann gemeinsame Aktionen fördern.

    Ich kann mir selbst noch nicht vorstellen, dass Hotels schon so weit sind. Wobei es sicher auch auf das Hotel ankommt… Ein kostenloser WLAN-Zugang wäre in jedem Fall in vielen Hotels aber schon ein guter Anfang 😉

    VG Bianca

  6. Danke für deine Ergänzungen Bianca. Der zweite Punkte dürfte vor allem für Hotels mit vielen alleine Reisenden interessant sein. Oder für Hotels, in denen vor allem Jugendliche gastieren, die auf dem Weg vielleicht ein nettes Date für den Abend finden können.

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