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Stöckchen zu Fertigprodukten

Vor Stöckchen ist man als Blogger auch in stressigen Zeiten natürlich nicht verschont. Das soll nicht heißen, dass ich keine Stöckchen empfangen möchte. Aber es kann ein wenig dauern, bis ich die Zeit finde um die Antworten auf die Fragen zu formulieren.

Das letzte Stöckchen traf mich vor ein paar Tagen aus dieser Richtung. Diesmal geht es um Fertigprodukte und Halbfertigprodukte. Ein schönes Thema.

1. Welche Halbfertigprodukte und Fertigprodukte verwendest du in der Küche regelmäßig? Warum?
Vielleicht sollte ich vorwegschicken, dass sich meine Betrachtung dieses Themas im Laufe der Zeit gravierend geändert hat. Bis vor etwa drei Jahren war ich in einer klischeeerfüllenden Situation: Jung, selbständig, wenig Zeit, alleinlebend und (um auf das Thema zurückzukommen ;-) eine Tiefkühltruhe voller Fertigpizzen. Aber nur die von Wagner, die anderen haben mir nicht geschmeckt. Alternativ gab es noch diverse Nudelprodukte von Hilcona oder Hartweizennudeln von Barilla. (Ja, ich war damals auch schon ziemlich markenaffin.) Das waren meine Grundnahrungsmittel.

Inzwischen hat sich das grundlegend geändert: Ich versuche Fertigprodukte und Halbfertigprodukte möglichst weitgehend zu vermeiden. Lediglich trockene Pasta (gefüllte mache ich immer frisch) und ab und an mal noch ein Pasta von Barilla wenn die Zeit knapp ist. Ansonsten nehme ich noch Backwaren (wenn die Zeit nicht zum Brot backen reicht) und meinen Lieblingsaufstrich vom Griechen (LINK!) fertig.

Das wird auch in den Rezepten, die ich gerade für das Event vorbereite, zu sehen sein. Dort verweise ich zwar häufig auf Halbfertigprodukte, die man zukaufen kann (Tintenfischnudeln, Harissa, Blätterteig, Gnocchi, Gemüsefond, etc.) aber ich werde auch immer ein Zusatzrezept mit dazu liefern, welches die eigene Herstellung dieser Zutaten beschreibt.

Dann gibt es natürlich noch ein paar Dinge, bei denen man sich streiten kann, ob es sich um Fertigprodukte handelt: Jogurt, Käse, ...

Ein Fertigprodukt, welches ich versuchen werde ab Sommer auch noch selbst zu machen ist Eis.

2.Mit welchen Teilprodukten hast du gute Erfahrungen gemacht und stehst zu ihrer Verwendung in deiner Küche?
Nudeln von Barilla und Buitoni (schreibt man die so?) und Milchprodukte. Andere Fertigprodukte gibt es bei mir inzwischen nur noch selten.

3. Welche Produkte würdest du nie einkaufen bzw. verwenden? Warum?
Jegliche kompletten Fertigprodukte, Soßen und gefüllte Nudeln. Sie schmecken mir nicht und ich lehne die Chemie ab, die bei vielen Herstellern hinter den Produkten steckt. Auch schlimm: Einheitsbreigemüse aus der Tiefkühlung oder aus der Dose ohne Geschmack. Sicherlich gibt es hier auch positive Ausnahmen - das ist mir sehr wohl bewusst.

4. Mit welchen Fertigzutaten hast du schlechte Erfahrungen gemacht?
Schlechte Erfahrungen mit Fertigprodukten kann ich so direkt nicht anführen. Ich habe mich an möglichst hochwertigen Markenprodukten auch bei den Fertig-Sachen orientiert. Heute würden sie mir wohl meistens nicht mehr schmecken.

Nur das Schulessen damals war grauenhaft - darum habe ich es auch fast nie gegessen. Meine Mutter hat da zum Glück immer einen wesentlich besseren "Plan-A" gehabt. (Was machen eigentlich Schulkinder, die dieses Glück nicht haben?)

5. Erkennst du geschmackliche Unterschiede im Endprodukt (das mit Teilfertigmischungen zubereitet wurde), wenn du es vorgesetzt bekommst? Welche Erfahrungen hast du damit?
Ja, ich erkenne das recht oft. Neulich habe ich mit einem Geschäftspartner in einem Restaurant gegessen. Sein erster Bissen, sein ersten Worte: "Aus der Dose". Ich habe glaube ich nur stumm genickt.

Natürlich schaffen es auch manche Menschen frische Dinge so zuzubereiten, dass sie wie ein Fertiggericht oder eine Zusammenstellung von Teilfertigprodukten schmecken. Dann wird es mit der Erkennung natürlich schwierig. Wobei mir eine falsche Einstufung so rum dann auch nicht Leid tut.

Im Restaurant kann man meines Erachtens nach oft schon an der Speisekarte sehen was Sache ist. Wenn es dort beispielsweise nur ein einziges Fischgericht gibt und das aber superaufwendig ist (drei verschiedene Fischsorten mit zweierlei Sauce an Superbeilage) - wo wird der "frische Fisch" und der Rest des Gerichts wohl herkommen?

6. Wie siehst du die wachsende Zahl von fertigen Mischungen und Mittelchen in der Lebensmittelbranche?
Generell ist dagegen nichts einzuwenden, wenn die Produkte nur auch alle was taugen würden. Das tun aber leider die wenigsten. Der Geiz-ist-geil-Markt regelt hier leider den Preis drastisch nach unten und die Qualität muss fast immer mit - anderes geht es ja auch kaum.

7. Was du schon immer mal zu diesem Thema sagen wolltest und noch nicht gefragt wurde...
Lehne ich (Teil-)Fertigprodukte ab? Teilweise ja, teilweise nein. Ich mag sie für mich persönlich nicht, aber viele Menschen stellen sich nun mal zum Kochen nicht in die Küche. Hier halte ich hochwertige Fertigprodukte möglichst ohne viele Zusatzstoffe für in Ordnung. Was ich ablehne sind Fertigprodukte in Restaurants und Fertigprodukte minderer Qualität.

Leider setzen sich letztere immer mehr durch, was schlicht dazu führt, dass vielen Menschen der natürliche Geschmack vieler Dinge abhanden kommt. Das kann ich nicht gutheißen und daher arbeite ich auch (ich wiederhole mich, sorry) fleißig an meinen Event-Rezepten und daran, diese über dieses Weblog hinaus bekannt zu machen.

Und noch eine letzte Frage: Was bringen eigentlich so Halbfertigprodukte von Maggi & Co? Den großen Teil der Zutaten muss ich ja ohnehin noch extra besorgen und frisch zubereiten. Drum wirbt der Hersteller ja auch mit "frisch gekocht" - wo bleibt da der Vorteil des Produkts? Die paar Handgriffe mehr beim Kochen und beim Einkaufen können da ja auch nicht mehr den Unterscheid machen, oder?

8. Wenn willst du als Nächsten vertüten? (ich vergesse das immer, wenns nicht da steht....)
Mal gucken, was die Gärtnerin von (Halb-)Fertigprodukten hält.

Tags: stöckchen fertigprodukte halbfertigprodukte

Geschrieben von Jan Theofel
am 21.03.2006um 23:56 Uhr

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