Restauranttest: Tasca im Feui (Stuttgart)
Gestern war ich mit einigen anderen Xing-Nutzern zu einem Restauranttest im Tasca im Feui in Stuttgart. Für diese Treffen werden Restaurants ausgewählt, die eher aus der Reihe fallen und weniger bekannt sind. Das trifft auf dieses kleinen Restaurant im Osten von Stuttgart mit seinen spanischen und portugiesischen Gerichten zu.
Wer selbst mal mit testen möchte muss bei Xing angemeldet und Mitglied der Gruppe stuttgartBC sein. Dort werden die Treffen im Forum Lecker "Essen und Trinken" in und um Stuttgart angekündigt. Ich war gestern zum ersten Mal dabei und darf sagen, dass es viel Spaß gemacht hat.
Aber eigentlich will ich euch ja nicht erzählen, dass wir eine nette Gruppen waren, sondern wie das Restaurant sich aus meiner Sicht im Test geschlagen hat.
Speisen
Als Getränk hatte ich mir ein großes Wasser bestellt. Auf Nachfrage zwischen großem Glas und Krug entschied ich mich für letzteres. Sehr zu meinem Leidwesen musste ich beim ersten Befüllen meines Glases feststellen, dass sich mit dem Krug nicht so leicht einschenken ließ und mehr Wasser auf meiner Hose als in meinem Glas gelandet ist. Vielleicht war das aber auch nur meine Ungeschicklichkeit. Von den Weinen und anderen alkoholischen Getränken habe ich wie üblich abgesehen aber die anderen Tester waren von diesen durchaus angetan.
Vor den Vorspeisen gab es für alle - auch für die Nachzüglerin - erst mal ein Amuse-Gueule. (Oder wie nennt man das in Spanien bzw. Portugal?) Dieses bestand aus einer Knoblauchcreme und grünen Oliven, zu denen etwas Brot gereicht wurde. Die Creme war lecker und die Oliven trafen auch meinen Geschmack - was ziemlich schwierig ist weil ich bei Oliven sehr wählerisch bin. Nur das Brot entsprach nicht meinen Erwartungen an eine südländische Küche. Hier fände ich ein möglichst selbstgebackenes Weißbrot passender.
Zur Vorspeise hatte ich mir einen Tomatensalat bestellt. Größere Vorspeisen schieden aufgrund des reichhaltigen Mittagessens leider aus. Der Salat bestand aus einem Teller mit Tomaten in Scheiben und weißen Zwiebelringen. Dazu war es gut gewürzt und aus den Tomaten der grüne Strunkansatz entfernt. Sehr positiv weil ich diese grünen Dinger in den Tomaten hasse. :-) Andererseits kann man bei einem solchen Salat mit frischen aromatischen Tomaten auch nicht viel falsch machen, oder?
Als Hauptgericht entschied ich mich für Seeteufel mit Gemüsebeilage. Vegetarische Hauptgerichte konnte ich auf der Karte nicht entdecken, und da ich Seeteufel sowieso gerne esse, war die Entscheidung ziemlich einfach. Der Fisch selbst war lecker. Allerdings hätte es etwas mehr Fisch und etwas weniger Beilagen sein dürfen. Letztere waren gebratene Kartoffelwürfel und Gemüse. Während die Kartoffelwürfel schon eher meinen Geschmack getroffen haben fand ich das Gemüse zu lasch. Hier fehlten meiner Meinung nach Kräuter, Salz und Pfeffer. Das war auch mit der zusätzlichen Knoblauchsoße nicht auszugleichen.
Auf einen Nachtisch haben wir alle verzichtet. Ich hatte hier auf passende Süßspeisen gehofft aber auf der Karte war nur ein Eis aufgeführt. Vielleicht hätten wir einfach fragen sollen, denn auf der Webseite des Restaurants sind andere Nachtische aufgeführt.
Die Preise empfand ich als angemessen. Ich habe für einen Krug Wasser, Tomatensalat und Seeteufel knapp über 25 Euro gezahlt.
Bedienung
Da das Restaurant sehr klein ist bedient der Chef des Hauses selbst während seine Frau (so sagte man mir) in der Küche die Gerichte zubereitet. Seine Art ist sehr herzlich, aber vielleicht auch ein wenig zu sehr. Ich persönlich möchte mich in einem Restaurant zwar willkommen sein, mich aber nicht wie bei Freunden im Wohnzimmer fühlen. So kam er einem beim Servieren und Abräumen aus meiner Sicht zu nahe. Zudem war es offensichtlich von seiner Art sehr überzeugt und scheint sich leicht angegriffen zu fühlen. Die Gutscheine zum Sammeln gab es daher nur für ausgewählte Gäste während sich andere über die "richtige" Art der getrennten Abrechnung oder korrekte Vorbestellungen belehren lassen durften. Dennoch hat die Abrechnung ewig gedauert und wir durften wie Schüler vorne beim Lehrer antanzen.
Ambiente
Der Restaurantbereich ist sehr klein - auch wenn das von außen zunächst mal ganz anders wirkt. Ich tippe hier auf ein ehemaliges Wohnzimmer, welches etwas 20-25 Personen fasst wenn man dicht sitzt. Das war auch bei uns am Tisch der Fall, was ich persönlich eher unangenehm finde, weil es meine Messer-Gabel-Koordination gehörig durcheinander bringt.
Im Sommer kann man zudem an einigen Tischen draußen sitzen, was entlang der kleinen Seitenstraße auch nicht groß durch Autos gestört wird. Eltern können von dort auch ihre Kinder auf dem gegenüberliegenden Spielplatz im Auge behalten.
Die Einrichtung ist schon etwas älter. Dennoch macht alles einen gepflegten Eindruck, auch die Toiletten sind sauber. Ein neuer Anstrich könnte allerdings nicht schaden.
Fazit:
Bei restaurant-kritik.de ist das Tasca im Feui mit 4.58 von 5 Punkten zur Zeit das am besten bewertete Restaurant in Stuttgart. Das kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Für mich ist das Restaurant bestenfalls obere Mittelklasse.
Das Essen war größtenteils gut gemacht aber einige Schnitzer (insbesondere das Brot und Beilagen) trüben hier deutlichen den Gesamteindruck. Für mich muss das in der Gesamtheit besser sein damit ein positives Urteil abzugeben. Über das Ambiente und die Gastfreundschaft kann man streiten. Wem es gefällt gerne, mein Fall ist es nicht.
Für einen längerfristigen "Nachtest" werde ich das Restaurant gerne mal wieder aufsuchen aber ansonsten werde ich hier wohl vorläufig nicht wieder Gast sein.
Kontaktdaten:
Name: Tasca im Feui
Küche: Spanisch, Portugiesisch
Adresse: Haußmannstr. 235, 70188 Stuttgart
Telefon: 0711 / 2626618
E-Mail: tascaimfeui@web.de
Webseite: www.tasca-im-feui.de



ich kann Ihr Kommentar zum "Tasca im Feui" 100% nachvollziehen und habe es vor ca. 2 Wochen ganz ähnlich erlebt. Das einfache Brot, Abrechnung (getrennt wollte partout nicht abgerechnet werden) ist mir auch aufgefallen. Wir waren mit einem Gutscheinbuch dort und darüber gab es dann eine längere Diskussion über Sinn und Unsinn solcher Bücher, was zwar sehr interressant war, aber schliesslich werden Restaurants nicht gezwungen, bei solchen Aktionen mitzumachen. Ich hatte ein Rinderfilet Madagaskar, das wirklich sehr lecker war. Das familiäre Ambiente war für uns ok, nett. Bestes Lokal in Stuttgart lt. Restaurant-Kritik.de ist natürlich ein Witz, trotzdem werden wir sicher nochmal hingehen.
1 | Kaleido | 31.10.2009 um 15:11