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Marions Kochbuch - the dark side

Im Januar hat es bereits einige Abmahnung von den Betreibern von Marions Kochbuch (bewusst kein Link) gegeben. Das habe ich damals kaum mitbekommen, weil ich sehr im Projektstress war und kaum Blogs gelesen geschweige denn selbst viel gebloggt hätte. Nun geht es wohl in die zweite Runde: Caschys Blog ist für eine Bockwurst abgemahnt worden. Die Kostennote beträgt fast 700 Euro für das Bild, aber immerhin gibt es eine angemessene (wie ich finde) Reaktionsfrist. Gefunden habe ich das zuerst bei Robert, aber inzwischen haben es zahlreiche Blogs aufgegriffen.

Update 29.4.2007: Ich sehen gerade bei theima.com, dass es auch die Kochwerkstatt erwischt hat. Hier waren es die Ravioli.

Aber ist das wirklich notwendig? Man könnte auch einfach eine freundliche E-Mail versenden und die Sache so klären - ohne Anwälte, ohne Kosten und mit viel weniger Zeitaufwand für beide Seiten. Und vor allem ohne viel negative PR für Marions Kochbuch. Noch weiter geht ein Vorschlag von Frank Helmschrott zu den ersten Abmahnungen im Januar.

Natürlich ist es das gute(?) Recht von den Betreibern, Urheberrechtsverstöße abzumahnen. Und gegen eine Nutzung dieses Rechts gibt es auch nichts einzuwenden. Allerdings stellt sich mir die Frage der Verhältnismäßigkeit. Die sehe ich hier nicht gegeben (Stichwort: freie Bilddatenbanken, kommerzielle bieten vergleichbare Bilder für 1$ an) und daher werde ich in meinem Weblog Jans Küchenleben bis auf weiteres alle Links auf Marions Kochbuch in den Quellenangaben entfernen. Also nicht die Quellenangabe als solche wird entfernt, sondern nur den Link. Statt dessen werde ich hier her verlinken. Wer so agiert soll auch die Konsequenzen spüren - auch wenn sie nur klein sind.

Eine Frage bleibt zu erörtern: Warum sind die Betreiber von Marions Kochbuch so abmahnwütig? Eine möglich Antwort wäre natürlich, dass man es leid ist ständig irgendwelche freundlichen Hinweis-E-Mails zu verschicken um danach doch den Anwalt zu beauftragen, weil es nicht geklappt hat. Andererseits könnte ich mir auch vorstellen, dass man sich dort allmählich in Bedrängnis sieht. Zumindest könnte ich mir gut vorstellen, dass zahlreiche Koch-Blogs viele Leser von Marions Kochbuch nun für sich gewinnen können. Oder das man diese Gefahr zumindest sieht. Leider sind dort keine Mediendaten öffentlich zugänglich mit denen man diese These untermauern oder verwerfen könnte. Wenn man sie aber zu Grunde legt könnte es sich hier um den (verzweifelten?) Versuch handeln die "bösen Weblogs" zu torpedieren solange man selbst noch dem Web 1.0 angehört. Es wäre nicht das erst mal, dass Menschen versuchen den Fortschritt aufzuhalten statt ihn einfach mitzugehen.

Wie dem auch sei - ich werde jetzt gleich im Anschluss mal schildern wie bei mir ein Urheberrechtsverstoß abgelaufen ist. Einfach, unkompliziert, ohne Anwalt und ohne negative PR.

Tags: rezept abmahnung urheberrecht

Geschrieben von Jan Theofel am 28.04.2007 um 16:17 Uhr (Permalink)
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6 Kommentare zu »Marions Kochbuch - the dark side«

Meines Erachtens wäre es glatt am besten, wenn alle Bilder von Marions Kochbuch nicht mehr bei der Google Bildersuche auftauchen würden. Das dürfte meiner Meinung nach auch im Sinne von Marions Kochbuch sein - schließlich wollen die ja nicht, dass deren Bilder geklaut werden.

1 | Jens | 29.04.2007 um 15:29

Ich würde mal gerne wissen, was die Urheber solcher Bilder dabei kassieren - wenn der Betrag nicht unbeträchtlich ist, kann man ja daraus ne Industrie machen. Es scheint ja keine Regelungen zur Höhe der Abmahnung geben - und ich habe auch schon von 3000 € Abmahnungen gehört.

2 | Ein Leser schreibt: | 30.04.2007 um 19:36

es geht da wohl weniger um Verständigung, Kreativität und Urheberecht. Um so mehr um ein einfaches aber wohl leider sehr erfolgreiches Geschäftsmodell für Kooperationen von Digiknipser, SEO und Anwalt.

3 | Lapdarium42 | 6.05.2007 um 9:02

Wer sich auf den weiterführen Websites den "Hintergrund" des Webmasters und Machers anschaut, kommt schnell dahinter, wess Geistes Kinder da am Werk sind. Aber Anwälte finden sich immer und sei es für die "Verteidigung" von Amateurfressfotos.... Einträglich bei derzeit weit über 2.000 Abmahnungen.

4 | textexter | 22.01.2008 um 21:26

Was wollt Ihr eigentlich. Marions Kochbuch gibt kostelos Rezepte. Wollt Ihr jetzt auch noch die Bilder klauen ohne zu bezahlen? Ich bin froh mit die kostelose Rezepte und wenn ich ein Bild brauch mache ich das entweder selber, oder kaufe es. Uebrigens, wenn mann Marions Kochbuch eine eMail schickt mit der bitte ein Bild verwenden zu duerfen wird das erlaubt. Erst fragen, dann tun.... ist eine frage der Erziehung.

5 | Piet | 18.04.2012 um 17:53

Piet: Ich KÖNNTE auch etwa 10.000 Jugendliche abmahnen, die meine Bilder auf ihren privaten Seiten zu tausenden nutzen. Pro Bild 500 Euro für mich und noch mal 500 für einen Massenabmahnanwalt - rechne selbst: Ich hätte ein super Leben! Aber ein verdammt schlechtes Gewissen, denn ich bin nicht dazu da, Privatleute in die Pfanne zu hauen.

Was ich mache ist folgendes: Bei privater Nutzung, die mich stört gibt es eine E-Mail. Bei gewerblicher Nutzung eine geringe Rechnung und Aufforderung zur Löschung. Erst wenn das nicht greift, geht es zu meinem Anwalt und wird eine richtige (und dann auch teure) Abmahnung.

6 | Jan Theofel | 21.04.2012 um 18:57

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