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Session: Second Life and Law

Ihr erinnert euch an meinen Mitschrieb von Weblogs und Recht, der Endlos-Session von Henning Krieg vom Barcamp Frankfurt? Hier kommt die Folgesession aus Köln zum Thema Metaversen und Recht.

Grundfrage: Welches Recht herrscht in solchen Metaversen wie Second Life? Gilt denn dort das "normale" Recht?

Ja, dort gilt staatliches Recht. Aber welches staatliche Recht? Beispiel: Linden Lab sitzt in den USA. Gilt daher in Second Life Amerikanisches Recht? Die Server stehen in X. Gilt deren Recht. Der User sitzt in Y. Gilt das dortige Recht.

Grundsätzliche Ansatz für Webseiten: Es ist das Recht des Landes anwendbar, in das z.B. Ware geliefert wird, die man im Internet bestellt hat oder es einen anderen Wirkungsbezug in diesem Land hat. Dieses kann aber bei einem echten internationalen Angebot wie Metaversen nicht angewendet werden.

Weitere Problematik: Kann das bisherige Recht überhaupt auf eine virtuelle Welt sinnvoll abbilden. Dies gilt auch für spezielles Internetrecht. Beispiel: Impressumspflicht auf Webseiten ist in einer 2D-Internet-Welt klar definiert. Aber wie soll das im Metaversum geschehen.

Drittes Problem: Gibt es Regelungslücken? Muss überhaupt etwas neu geregelt werden? Beispielsweise gibt es in Deutschland keinen Diebstahl von nicht-körperlicher Gegenständen.

In wie weit kann der Anbieter durch die Plattform eine möglichst große Rechtssicherheit herstellen. Beispiel eBay: Hier ist der Handel mit verschiedenen Gütern untersagt, die nach dem Recht gehandelt werden dürften. Dennoch sind diese ausgenommen, weil diese i.d.R. andere Rechte verletzten. Beispiel Linden Lab: Dort ist Glücksspiel verboten.

Eigentlich versuchen sich die Betreiber aus möglichst vielen Dingen herauszuzahlten. Dies hat in der Regel wirtschaftliche/personelle Gründe. Dennoch bewegen sich Anbieter wie Linden Lab - aber nur wenn sich möglichst viele Benutzer beschweren.

Zur Zeit gibt es keine wirkliche Blaupause zur Lösung dieser Probleme. Dies gilt sowohl für Anwender als auch Betreiber. Zur Zeit befinden wir uns in einer Sensibilisierungsphase. Eventuell bildet sich so etwas wie ein "internationales Webrecht" (vergleichbar mit dem internationalen Seerecht, was hier aber sehr lange gebraucht hat).

Diese Probleme werden noch verkompliziert, wenn Linden Lab sein System für andere Betreiber öffnet und mit seinem System verbindet.

Wichtig für Anbieter: Regeln sollten vor allem offen kommuniziert werden.

Tags: barcampcologne2

Geschrieben von Jan Theofel am 19.08.2007 um 15:33 Uhr (Permalink)
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