« Die "Dr. h.c. Eva Ihnenfeldt Affaire", die vielleicht gar keine ist | Main | Tagcloud der Stuttgarter Iron-Blogger »

eBuzzing - Mit einfachster Kommunikation vollkommen überfordert

eBuzzing Kommunikation

Es gibt Unternehmen, die sich professionell mit Kommunikation beschäftigen. So wie eBuzzing mit der Vermarktung von Videos. Da sollte man meinen, das Unternehmen beherrscht zumindest die Kommunikationsgrundlagen. Die Praxis zeigt jedoch, dass eBuzzing noch nicht einmal grundlegenden Regeln der E-Mail-Kommunikation beherrscht.

Ziemlich peinlich für jemanden, der auf seiner Webseite mit „Deshalb geben wir allen Publishern, die mit uns zusammenarbeiten, eine Qualitätsgarantie.“ Ach halt - die gilt für mich ja gar nicht mehr, weil ich nicht mehr mit ihnen zusammenarbeite. Weil die Qualität damals schon nicht gestimmt hat. Aber der Reihe nach:

Am 9. April 2012 habe ich von eBuzzing nach der Übernahme von Trigami genug. Es kommen nur noch sinnfreie Kampagnen zu lächerlichen Konditionen für mich als Blogger. Also sende ich folgende E-Mail:

Guten Tag,

nachdem ich seit Monaten kein Kampagnen-Angebot mehr erhalten habe, fordere ich euch hiermit auf, meine Accounts für jan@theofel.de für die alte Trigami-Plattform und das neue eBuzzing zu löschen, da das Webinterface hierzu keine Möglichkeit vorsieht. Schade, dass ihr, das was Trigami mal war, endgültig gegen die Wand gefahren habt.

Ich bitte um kurze Bestätigung per E-Mail. Danke!

Jan Theofel

Eine Bestätigung gibt es natürlich keine. Ist schließlich eine professionelle Servicewüste. Stattdessen kommt am 17.4.2012 eine Ausschreibung für eine weitere witzlose Kampagne. Ich antworte mit den Zeilen:

Ich habe mitgeteilt, dass mein Account zu LÖSCHEN ist!

Alleine schon diese Kampagne zeigt wieder, wie realitätsfremd ebuzzing inzwischen ist: Innerhalb 48 Stunden einen guten Artikel zu schreiben für den Preis ist in einen normalen Alltag kaum sinnvoll integrierbar. Bei Trigami hatte man noch zwei Wochen Zeit zum Schreiben. Und selbst das war oft zu knapp! Kreativität entsteht nicht auf Knopfdruck! Schon gar nicht bei einem normalen Arbeitsalltag.
Besinnt euch endlich wieder auf Kampagnen mit realistischer Vergütung und realistischen Konditionen. Ansonsten LÖSCHT meinen Account!

Man ahnt es bereits: Auch hierauf bekomme ich keine Antwort. Naja, zumindest nicht die gewünschte Antwort. Denn Alexandra schickt mir am 14.5.2012 einen „REMINDER R*** Kampagne“. Darin steht unter anderem:

Wir benötigen - bis spätestens morgen - einen Artikel zur neuen R***-Eigenmarke „R*** **** ***“.

Als ob ich als Blogger nur darauf warten würde, dass ich endlich einen Artikel schreiben darf. Und das auch bis spätestens(!) morgen. Hallo, kurzer Realitätscheck. Ziemlich sauer antworte ich also:

Ich habe Ihnen mitgeteilt, dass Sie mich von der eBuzzing-Plattform löschen sollen! Dem sind Sie offensichtlich immer noch nicht nachgekommen, was mich extrem ärgert!

Also noch einmal: LÖSCHEN SIE MEINEN ACCOUNT BEI eBUZZING - UNVERZÜGLICH!

Muss ich noch erwähnen, das ich natürlich keine Antwort auf diese E-Mail erhalte. Wir sehen: Aufforderungen zur Accountlöschung werden scheinbar systematisch verschlampert oder ignoriert.

Als neue Variante kommt am 18.7.2012 ganz konsequent (ich bin ja immer noch eBuzzing-Blogger) die Aufforderung, dass ich meine Steuernummer in mein Profil eintragen solle. Sonst könnte man mich nicht mehr für Kampagnen berücksichtigen. Ein Lichtblick am Ende des Failtunnels. So könnte ich endlich meine Ruhe haben!

Um der Wichtigkeit Nachdruck zu verleihen bekomme ich diese Mail natürlich gleich doppelt. Ich beantworte die zweite mit dem Hinweis, dass ich das Kommunikationsversagen von eBuzzing ab sofort öffentlich dokumentieren würde und den Worten:

Also handelt ENDLICH(!!!) und löscht SOFORT(!!!) meinen Account bei euch!

PREMIERE! Ich bekomme doch tatsächlich eine Antwort. Wahnsinn! Man habe meinen Account deaktiviert und entschuldige sich für die E-Mails, die ich erhalten habe. Sagenhafte Service-Leistung - nach drei Monaten.

Hier könnte die Geschichte enden wenn, ja wenn ich nicht heute von eBuzzing schon wieder eine E-Mail bekomme. Ganz wichtig: Die Webseiten-URL habe sich geändert. Und die E-Mail kommt gleich zwei Mal, weil man im ersten Mail eine falsche URL (mit vorangestelltem www) sendet. Profis würden die falsche URL einfach auf die richtige weiterleiten, statt zwei Mails zu senden. Aber damit wäre eBuzzing wohl definitiv überfordert gewesen.

Also, was soll ich da jetzt noch antworten? Ich habe gerade überlegt ihnen ein Fax mit einer schriftlichen Aufforderung zur Löschung meiner Daten nach Bundesdatenschutzgesetzt zu senden. Aber dafür bräuchte es auf der Webseite natürlich ein Impressum wo ich die Nummer entnehmen könnte. Gibt es aber nicht. Zumindest nicht auffindbar. Also falls einer der Wettbewerber eBuzzing abmahnen will, das wäre eine gute Möglichkeit.

Zumindest findet sich der Deutschland-Geschäftsführer auf Xing. Mal schauen, ob der antwortet. Aber viel Hoffnung mache ich mir da nicht...

Bleibt abschließend die Frage: Würdet ihr Firmen mit Teilen eurer Kommunikation betrauen, die selbst so einfache Kommunikationsabläufe ganz offensichtlich nicht beherrschen? Also ich nicht.

Foto: sxc.hu

Tags: ebuzzing

Geschrieben von Jan Theofel am 20.04.2013 um 23:49 Uhr (Permalink)
Abgelegt unter Social Media Fail

TrackBacks für »eBuzzing - Mit einfachster Kommunikation vollkommen überfordert«

TrackBack URL: http://www.theofel.de/mt-cgi/mt-tb.cgi/6650

5 Kommentare zu »eBuzzing - Mit einfachster Kommunikation vollkommen überfordert«

Ich habe bei eBuzzing inzwischen jede Hoffnung aufgegeben, dass mein Konto dort irgendwann mal ordnungsgemäß gelöscht wird. Da der angebotene Content dort -im Vergleich zu Trigami- immer mehr als unterdurchschnittlich war, habe ich schon vor Ewigkeiten dort um Löschung meines Accounts gebeten... so wie übrigens viele weitere Blogger, die damit auch nichts mehr anfangen konnten.

Geschehen ist zunächst einmal nichts. Also habe ich es auf die penetrante Schiene versucht. Dann kam immerhin irgendwann mal der Hinweis, dass man meiner Bitte nachkommen würde. Um mir vorab mein Restguthaben auszahlen zu können, benötige man aber noch meine Steuernummer, die ich bitte hinterlegen solle.

Nachdem das geschehen war, bat ich weitere Male um Löschung meines Kontos. Das Restguthaben war mir ehrlich gesagt schnuppe. Passiert ist mal wieder... nichts.

Inzwischen ist es mir auch einfach zu blöd, da noch ständig nachzufragen und auf die "Gütigkeit" der Mitarbeiter dort zu hoffen. Aus Diskussionen mit anderen Bloggern weiß ich, dass das kein Einzelfall ist, sondern scheinbar eher der Regelfall.

Mir war allerdings die Zeit dazu zu schade, mich noch weiter damit auseinanderzusetzen und vielleicht sogar den Rechtsweg zu beschreiten, nur weil der Laden da nicht in die Gänge kommt. Keine brauchbaren Aktionen, keine wirkliche Kommunikation, nur Chaos im Hintergrund - Professionalität sieht für mich anders aus.

1 | Sascha | 21.04.2013 um 13:47

@Sascha: Danke für deine Ergänzung! Ich bin also kein Einzelfall - das ist doch schon mal gut zu wissen. Wenn ich von dem Geschäftsführer nichts höre, werde ich mir in der Tat weiterführende Schritte überlegen. Klar ist es schade um die Zeit. Aber wer offensichtlich so mit Kunden umgeht muss einfach mal schmerzhaft erfahren, das man das nicht tut. Sie können es nämlich nur so lange machen, wie wir es mit uns machen lassen.

2 | Jan Theofel | 21.04.2013 um 13:53

Huiuiui, das geht mal echt gar nicht! Gut, dass du die los bist ;-)

3 | Tobias | 22.04.2013 um 18:13

Noch bin ich sie ja leider nicht los. :-(

4 | Jan Theofel | 22.04.2013 um 23:52

Nee, stimmt schon, leider noch nicht, aber zumindest findet schon mal keine "Zusammenarbeit" mehr mit dem unprofessionellen Laden statt -das meinte ich ;-)
Weiter toi toi toi!

5 | Tobias | 23.04.2013 um 14:20

Schreib bitte Deine Meinung:

Kommentare werden moderiert und erscheinen daher ggf. zeitverzögert. Bitte nur themenbezogene Kommentare abgeben die sich auf diesen Eintrag beziehen.

ACHTUNG: Es gilt meine Anti-SPAM-Policy! Werbende Kommentare und SEO-Linkspam werden nicht freigeschaltet. Statt dessen sende ich eine Beschwerde an den Profiteur der Werbung.
Bei persönlichen Meinungen bitte keine Links zu kommerziellen Projekten sonder zu eurer privaten Seite.