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Bitte nicht in Stuttgart aussteigen!

Also Leute, ich bin verdammt stolz: Dieses Mal habe ich München nämlich verlassen und es tatsächlich geschafft, meinen Koffer mitzunehmen! 😉 Los ging es heute nachmittag wieder mal mit dem Alex (ALX 84115) von Freising nach München. Und von dort weiter mit dem ICE 512 Richtung Essen, wovon ich gerade die letzten Kilometer unterwegs bin. Damit ist das meine bislang längste Einzelfahrt mit der Bahncard 100.

Es hätte dafür eine etwas kürzere Verbindung über Nürnberg gegeben. Ich habe mich aber für die Route über Stuttgart entschieden, weil dort einfach noch spätere Züge unterwegs sind. Bei der Witterung kann man ja nie wissen… Aber es ist alles gut gelaufen. Und trotz der Gewohnheit bin ich in Stuttgart auch im Zug sitzengeblieben. Beim letzten Mal vor ein paar Jahren, war das noch ein deutlich komischeres Gefühl als heute, durch seinen Heimatbahnhof einfach so durchzufahren.

Umsteigen durfte ich nochmals in Köln. Und zwar vom einen Zugteil (der nur bis Köln fuhr) in den anderen weiter Richtung Münster. Was ich da beobachten kann: So etwas hat mich früher noch nervös gemacht, ich habe dutzende Male geprüft in welchem Zugteil ich sitze, ob oder ob nicht ich umsteigen muss etc. Heute: Reinsetzen, in Köln raus, kein hektischer Blick „Wann fährt der wieder ab?“ sondern einfach rüberlaufen, flott aber nicht zu flott, einsteigen weiter. Gelassen. Ruhig. Angenehm. Da merke ich mal wieder, wie viel Kontrolle und Sicherheit ich früher gebraucht habe. Heute kann ich das einfach geschehen lassen – wird schon nicht(!) schief gehen.

Auch meine Beobachtung, dass ich offener im Umgang gegenüber unbekannten Menschen werde, hat sich heute wieder bestätigt. Bahnfahren hilft da vielleicht noch mal, das zu beschleunigen. Bei uns in Stuttgart hängt im Bahnhof ein Plakat „Ich fahre lieber Bahn, weil ich im Auto nicht so viele nette Menschen kennenlernen kann.“ So sinngemäß. Genau. Da ich in München recht wenig Zeit zum Essen kaufen und Umsteigen hatte, bin ich relativ knapp in den ICE eingestiegen. Ich habe einen Vierertisch mit zwei Frauen gewählt, die erst etwas komisch geguckt habe, als ich fragt, ob da noch frei ist. Aber dann hat sich schnell ein nettes Gespräch zwischen uns drei ergeben. Eher Smalltalk, nicht so tief, nicht so persönlich. Aber trotzdem schön. Auch anders als früher, wo ich schweigend mein Notebook aufgeklappt und vor mich hin generded hätte.

So kann das gerne öfters passieren. Auch wenn ich dann natürlich im Zug viel weniger dazu komme, nette Blogposts für euch zu schreiben. Mal schauen, wen ich als nächstes treffe…

In gut einer Viertelstunde heißt es dann „Willkommen in Essen.“ Ich freue mich auf Eva, bei der ich übernachte, und auf Stefan, der morgen dort seinen Geburtstag feiert. Eine Fahrt, die ich ohne Bahncard 100 wahrscheinlich nicht gemacht hätte. Bonuspunkt unter „Mehr Freiheit“ genießen eintragen nicht vergessen.

Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende!

Reisekilometer heute: 714 km
Regulärer Fahrtpreis: 67,50€ (mit BC50)

3 Kommentare

  1. (10.2.2012 23:23)

    Man soll den Blogpost nicht vor dem Aussteigen abschicken 😉 Schön dich getroffen zu haben und bis morgen Abend 🙂

  2. (11.2.2012 0:11)

    In der Tat. Ich fand es sehr schön dich zu treffen. Und hilfreich, weil du auch noch den selben Weg in Essen hattest und ich so nicht suchen musste, wo es hingeht. Danke für das Gespräch und bis morgen Abend!

  3. (11.2.2012 15:17)

    Sehr schöner Eintrag! Ich bin nicht mehr ganz so viel unterwegs wie früher (Fernbeziehung), aber bei vielem was du schreibst, kommen Erinnerungen hoch. 🙂

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