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Blogpost mit Papyrus schreiben

Logo: Papyrus Autor

Vor einer Weile zeigte mir Wolfgang Tischer die Software Papyrus. Als Betreiber des Literaturcafes und Autor kennt er sich mit guter Textqualität aus und nutzt Papyrus um seine Blogposts vorzubereiten. Ich folgte dieser Empfehlung und installierte mir die Demoversion von Papyrus. Seitdem schreibe ich mit Papyrus und kopiere den Text anschließend in meine Weblog-Software. Das erspart euch zahlreiche sprachliche Patzer – wenn auch sicher nicht alle.

Zum Einstieg in den Artikel hier ein Screenshot mit einem Textausschnitt:

Screenshot eines Beispieltext in Papyrus

Jede farbige Markierung deutet auf Stellen hin, an denen Papyrus Fehler erkannt oder Textverbesserung vorschlägt. In dem Beispiel klickte ich das Wort „scheinbar“ an und es wurde mir „scheinbares“ als Wortwiederholung angezeigt.

Jede Funktion von Papyrus vorzustellen, würde zu weit führen. Stattdessen beschreibe ich meine Highlights, die ich in den wenigen Tagen Testbetrieb schnell zu schätzen lernte:

  • Wortwiederholungen erkennen
    Sobald sich ein Wort innerhalb einiger Zeilen (wie viele könnt ihr einstellen) wiederholt, wird dieses grün markiert. Ein Klick darauf hebt alle anderen Vorkommen hervor. Vor allem wenn man Texte umstellt oder ergänzt, passieren Wiederholungen leicht. Aber auch beim normalen Schreiben verwendet man unnötig oft gleiche Begriffe.
    Nur beim Verfassen von Anleitungen (wie meinen Rezepten) ist das logischerweise etwas störend. Aber selbst da habe ich damit schon Optimierungen vorgenommen.
  • Ade liebe Füllwörter
    Papyrus zeigt euch gnadenlos jedes Füllwort, das euren Text aufbläht. Zwei Absätze oben stand „Ein weiterer Klick darauf …“ und jetzt ist es nur noch „Ein Klick darauf …“. Das erleichtert das Lesen deutlich. Das ist nur ärgerlich, wenn ihr eine Mindesttextlänge erreichen müsst. 😉
  • Rechtschreibung und Grammatikprüfung
    Fast schon selbstverständlich ist eine sehr gute und flotte DUDEN-Rechtschreibprüfung. Und die Grammatikprüfung meldete mir bereits diverse fehlende Kommata und andere Fehler. Das kannte ich in dieser Qualität bisher nicht.
  • Bewertungen
    Wenn ich blogge, beurteile ich oft Produkte – wie in diesem Text. Für alle anderen Beiträge ist es hilfreich, dass Papyrus Bewertungen markiert, sodass man sie entfernen kann, wenn sie unpassend sind.

  • Umgangssprache und Phrasen
    Ein paar Zeilen weiter oben habe ich „Ade“ nicht richtig zu Ende getippt und sofort ist ein blauer Rahmen darum. Das ist natürlich Dialekt und ich bekomme 40 alternative Synonyme angeboten. Aber hier lasse ich das bewusst stehen.
  • Verbfaulheit und Passiv
    Erinnert ihr euch? In der Schule lernten wir die Vergangenheitsform: „Ich ging“ statt „Ich bin gegangen“. Letzteres kennzeichnet Papyrus umgehend als Verbfaulheit. Den Passiv verwenden Versicherung gerne, um von sich als Verursacher abzulenken: „Ein solcher Antrag kann nicht genehmigt werden.“ statt „Wir genehmigen Ihren Antrag nicht.“ In normalen Texten sind Aktivkonstruktionen oft schöner.
  • Textlänge und Lesbarkeits-Einschätzung
    Im Screenshot deaktiviert ist die Lesbarkeits-Einschätzung. Diese würde jeden Absatz zusätzlich farblich hinterlegen. Die Farben zeigen die Lesbarkeit des Texts und werden aus verschiedenen Faktoren ermittelt. Auch einzelne zu lange Sätze werden markiert. Unten in der Statuszeile läuft ein Zähler aller Anschläge mit. Das ist ideal, wenn man bei der VG Wort seine Texte meldet und dafür eine Mindestzeichenanzahl erreichen muss.

Das sind nur ein paar der zahlreichen Funktionen von Papyrus, die seit einer Weile helfen, dass ihr besser lesen könnt, was ich schreibe. Für Autoren von Geschichten gibt es noch Features wie eine Personendatenbank, mit Charaktereigenschaften und Aussehen. Außerdem kann man direkte Rede hervorheben lassen, um Dialoge auf Konsistenz zu prüfen.

Wenn du all diese Hilfestellungen für dich nutzen möchtest, empfehle ich dir die Demoversion von Papyrus zum Testen. Sie ist voll funktionstüchtig, die Stilanalyse ist jedoch auf eine Textseite beschränkt. Für die meisten Blogposts ist das ausreichend.

Die reguläre Lizenz kostet 169 Euro für Mac und Windows. Für das, was Papyrus (nicht nur) zum Bloggen bietet, ist das aus meiner Sicht eine sinnvolle Investition.

3 Kommentare

  1. Ute

    Hallo Jan,

    vielen Dank für den hilfreichen Tipp. Du hattest mir damals Wortligas Textanalyse empfohlen, das u. a. auf Verbfaulheit hinweist, Füllwörter. Papyrus klingt aber auch sehr interessant. Bin gespannt.

  2. Ja, Wortliga ist ein ganz gutes Online-Tool. Aber qualitativ ist die Prüfung von Papyrus deutlich besser und umfangreicher. Außerdem natürlich komfortabler und schneller, weil sie direkt stattfindet.

  3. Danke Jan für die tolle Beschreibung, die mich letztlich motiviert, von der Demo-Version endgültg auf die Kaufversion umzusteigen. Ich kann Dir nur zustimmen: KLASSE Programm!
    lg
    Severine

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