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Microsoft von öffentlichen Ausschreibungen auszuschließen?

Ich habe ind en letzten Tagen immer wieder mit Personen über die Frage gesprochen, ob Microsoft in Zukunft von öffentlichen Ausschreibungen in der EU auszuschließen ist. Erstaunlicherweise ist das Thema, obwohl es bereits vor fast zwei Monaten losgetreten wurde, immer noch nicht überall angekommen.

Daher hier eine kurze Zusammenfassung für euch: Es gibt in der EU seit 2002 eine Verordnung nach der Bieter, „die aufgrund eines rechtskräftigen Urteils aus Gründen bestraft worden sind“ von öffentlichen Ausschreibungen auszuschließen sind. Das würde nach den Urteilen in Europa auch Microsoft betreffen. Details hierzu könnt ihr bei Henning nachlesen.

Wenn dem so ist, sehe ich zwei Konsequenzen. Die offensichtliche wäre, dass Microsoft eine Menge Geld nicht verdienen würde, weil die Produkte von öffentlichen Ausschreibungen auszuschließen wären. Die weniger offensichtliche aber viel gravierende Auswirkung wäre aber meiner Meinung nach, dass alle Softwarehersteller, die den öffentlichen Sektor bedienen wollen, gezwungen wären, ihre Software auch für alternative Betriebssysteme anzubieten. Das würde den Softwaremarkt insgesamt extrem Richtung Linux bzw. Mac OS X zwingen. Damit würde ein häufiges Argument gegen Linux und Mac OS X, nämlich dass dort viele Spezialanwendungen nicht verfügbar sind, in Zukunft kräftig den Wind aus den Segeln nehmen.

3 Kommentare

  1. Heide Rühle, Abgeordnete der GRÜNEN im Europäischen Parlament hatte die Frage aufgeworfen und an die Kommission gestellt. Weitere Informationen hier: http://www.heide-ruehle.de/heide/fe/pub/de/dct/555

    Bisher hat sich die Kommission nicht geäußert und ist auch mit der Beantwortung der schriftlichen Anfrage im Verzug. Wir erwarten eine Antwort in den nächsten Tagen.

    Herzliche Grüße aus dem Büro von Heide Rühle

    Andreas Bühler

  2. Würde das auch heißen, dass die Nutzung von
    Microsoft Betriebssystemen und vor allem auch Office überdacht werden muss? Würde mich schon schwer wundern, wenn MS nicht mehr genutzt werden sollte. Immerhin ist MS Office ja fast schon Standard.

  3. @Andreas Bühler: Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mich bei Erhalt einer Antwort von der Kommission informieren würden.

    @Raffael: Selbstverständlich würde das auch Microsoft Office betreffen. Open Office soll in Deutschland einen geschätzten Marktanteil von 5% im Business-Umfeld haben. Von diesen Installationen sollten sich wiederum zwei Drittel in der öffentlichen Verwaltung befinden, für die der Ausschluss ja gelten würde. Gerade hier sollte eine Umstellung also leichter fallen. (Zahlen: Wikipedia)

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