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Pay per Post: Geld für einzelne Weblog-Einträge?

Vor ein paar Tagen haben einige deutschsprachige Weblogs auf den Dienst payperpost.com hingewiesen. Bei Telepolis wird gleich die Seele des Bloggers verkauft und bei medienrauschen ist es „nur“ Beine für 5 Dollar breit machen. Auch Robert bleibt auch in diesem Bild, welches ursprünglich Dr. Web aufgeworfen hat, und bezeichnet das ganze als Blog-Prostition. Spät – aber ich hoffe nicht zu spät – kommt hier nun ein Vorschlag von mir, wie man Pay-per-Post ohne moralische Bedenken dennoch durchführen kann.

Zunächst stelle ich fest, dass ich hier konform mit der Meinung bei medienrauschen bin: Im Prinzip ist es eine gute Idee für etwas, über das man sowieso bloggen wollte ein bisschen Geld zu bekommen. Nichts anderes werde ich in Zukunft machen, wenn ich Kochbücher vorstelle, die hier inzwischen als Rezensionsexemplare eintrudeln. Nicht das ich Geld für eine Buchvorstellung bekommen würde – aber ein Buch zu erhalten hat auch einen gewissen materiellen Wert. Ich profitiere also direkt von dem Inhalt meines Beitrag. Das ist unabhängig von der Art des Inhalts – auch bei einem Verriss darf ich das Buch behalten.

Die Frage ist allerdings, ob diese Neutralität wie sie auch payperpost.com propagiert wirklich eingehalten wird. Der Blogger soll dort nur schreiben wenn er das Produkt kennt und wenn er darüber (positiv) berichten kann. Wer nicht soll es lieber bleiben lassen. Nur wer wird das wirklich tun? Welche Massen an plötzlichen Pseudo-Weblogs werden sich entwickeln um vorrangig diese Einnahmequelle zu erschließen?

Daher finde ich eine andere Alternative für ein Pay-per-Post-Model viel attraktiver, die ich in dieser Form auch schon interessierten Sponsoren bzw. Werbekunden angeboten habe. Dabei gibt es einen Werbepartner, der alle Blog-Einträge mit einem Fixum bezahlt.

Wie soll das genau aussehen? Es muss ein Werbepartner gefunden werden, der thematisch zum Weblog passt. Dieser erklärt sich bereit alle Artikel, die bestimmte Kriterien erfüllen (z.B. Wortanzahl, bestimmter Content z.B. eine tägliche Kolumne, maximal x Artikel pro Tag, etc.) zu bezahlen – unabhängig vom eigentlichen Inhalt. Dafür bekommt er einen kleinen Hinweis wie „Dieser Eintrag wurde Ihnen präsentiert von …“ mit Link unter den Text.

Der Vorteil für den Blogger: Er wäre frei was seine Inhalte angeht. Ggf. gibt es Absprachen zu der Form, der Art, der Menge und dem Umfang der Artikel – aber eben nicht über den Inhalt. Und auch der Vorteil für den Werbetreibenden liegt auf der Hand: Da hier keine inhaltliche Einflußnahme vorliegt wird ihm die niemand vorwerfen. Und einige Incoming-Links von einem guten Weblog werden sich mehr als positiv auf die Suchmaschinenpositionierung des Unternehmens auswirken. Der Link sollte in meinen Augen dauerhaft am Artikel bleiben und würde als kleine Textnotiz im RSS-Feed wohl auch kaum jemanden stören.

Ein Beispiel: Ich könnte mir gut vorstellen, dass alle Rezepte aus Jans Küchenleben von einem Online-Shop für Kochbedarf gesponsort werden. Oder alle Kochbuchrezensionen von einem Online-Rezept-Service nach dem Motto „Wenn Sie lieber online Rezepte lesen schauen Sie doch mal bei … nach.“ Daran könnte ich keine verwerflichen inhaltlichen Beeinflussungen erkennen.

Wenn sich also ein Anbieter findet, der auf diese Art und Weise Blogger und Werbekunden in einem Pay-per-Post-Verfahren zusammenbringt, gebt mir Bescheid. Ich wäre sofort dabei.

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