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Sessionprotokoll: Wir brauchen mehr Barcamps!

lifeworkcamp Logo

Auf dem lifeworkcamp habe ich eine Session zum Thema Wir brauchen mehr Barcamps gehalten. Diese Grundaussage wurden von allen Session-Teilnehmern unterstützt – auch von allen, die das erste Mal auf einem Barcamp waren. Also haben wir darüber diskutiert, wo man das Barcamp-Format eingesetzt werden kann und was dabei ggf. zu beachten ist. Hier ein paar Gedanken und Notizen zu der Session.

Was macht Barcamps für Teilnehmer so einzigartig?

Zunächst möchte ich aber noch mal auf die Frage eingehen, warum wir mehr Barcamps brauchen: Aus meiner Erfahrung bei der Organisation der fünf Barcamps in Stuttgart, als Berater beim ersten futuremusiccamp sowie einem „internen“ Barcamp bei einem großen Energeiversorger und Organisator beim lifeworkcamp kann ich sagen, dass dieses Format Menschen immer begeistert. Ob nun bewusst oder unbewusst: Wir verstehen alle, dass wir uns am schnellsten entwickeln können, wenn wir gemeinsam Wissen teilen, gemeinsam Ideen generieren und Fragen diskutieren. Passiert das ungezwungen, ohne Druck und offen für alles was kommt, ist unsere gemeinsame Schaffenskraft am größten. Ein Barcamp schafft genau die passende Atmosphäre dazu.

Joachim bringt es in seinem Blogpost gut auf den Punkt:

„Menschen wollen aktiv mitreden, mitgestalten, mitdiskutieren.
Viele haben es einfach satt sich Dinge von irgendwelchen augenscheinlich gut ausgebildeten Menschen sich vorzusagen zu lassen. Es ist die Zeit gekommen wo viele Menschen als Individuum die Gesellschaft aktiv mitgestalten möchten.

Barcamps in „anderen“ Umgebungen

Ich habe kurz über ein Barcamp bei einem großen Energieunternehmen berichtet, bei dem ich im Vorfeld beraten und vor Ort moderiert habe: Auch wenn hier gesiezt wurde, dunkle Anzüge getragen und in noblem Ambiente „getagt“ wurde – die TeilnehmerInnen waren hier genau so begeistert von dem Format wie sonst. Und selbst in Sessions, in denen nur absolute Barcamp-Newbies saßen, kam die typische Barcamp-Atmosphäre und -Gesprächskultur auf. (Noch keine Namensnennung, so lange ich noch keine Freigabe für meinen Bericht bekommen habe.)

Philipp Kurz hat über interne Barcamps beim SWR berichtet: Dort gab es inzwischen drei Auflagen und aus ihnen haben sich echte Veränderungen – bis hin zu einer speziellen Tarifverhandlung – entwickelt.

Wo können Barcamps noch eingesetzt werden?

In den folgenden Bereichen könnte man als Privatperson, Unternehmen oder Verband über die Organisation von Barcamps nachdenken:

  • Für Firmen intern mit dem Ziel Wissen auszutauschen, Mitarbeiter zu motivieren und Teambuilding zu betreiben, gewachsene hierarchische Strukturen zu durchbrechen, neue Ideen im Unternehmen zu besprechen oder zu generieren, …
  • Bei Verbände, Vereinigungen und Ähnlichen mit dem Ziel die Mitglieder zu vernetzen, Wissens- und Erfahrungsaustausch einzuleiten, gemeinsame Ideen zu generieren, gemeinsame neue Projekte zu starten, …
  • Von Schulen, Unis und Bildungseinrichtungen um aktuelle und ehemalige Lernende zusammenzubringen, Barrieren zwischen Lernenden und Lehrenden zu überwinden, Fachwissen auszutauschen, …
  • Als Themencamp mit einem speziellen Fokus (wie etwa dem lifeworkcamp) um Menschen mit gemeinsamen Interessen zusammenzubringen, gemeinsame Fragen zu erörtern, ein Thema gemeinsam voranzutreiben, um sich als Organisator/Sponsor zu diesem Thema einen Namen zu machen, Networking mit potentiellen Partnern und Kunden, Schaffung von Aufmerksamkeit als potentieller „cooler“ Arbeitgeber, …

Für das wissenschaftlichen/wirtschaftlichen Umfeld merkte Paula an, dass hier das Problem der Veröffentlichung besteht: Was bereits präsentiert wurde, kann nicht mehr zum Patent angemeldet werden. Sie schlug als Lösung Konferenzen, die „nur aus Kaffeepausen“ statt aus offiziellen Sessions bzw. Präsentationen bestehen, vor. Chantal sprach ein Camp an, das genau so deklariert wird. Leider weiß ich gerade nicht mehr welches.

Tipps für Barcamps in solchen Umfeldern

Im Vorfeld des Barcamps sollte die Frage, ob geduzt oder gesiezt wird, geklärt und offen kommuniziert werden. Oder eben bewusst offen gelassen werden. Elegant finde ich die Lösung vom SWR: Es wird offen gelassen, auf den Namensschildern steht aber groß der Vorname.

Bei internen Barcamps hilft ein externer Moderator hierarchische Strukturen zu durchbrechen und die „Barcampflamme“ in das Event hineinzutragen. Er kann als Experte für dieses Format präsentiert werden und „weiß, was er tut“. Ein Vorgesetzter kann das unter Umständen nicht so unvoreingenommen vermitteln.

Wenn besonders viele oder fast nur Newbies vor Ort sind, lohnt es sich einige Sessiongeber vorab zu „impfen“. Sprich man weiß, dass sie sicher etwas anbieten. Das kann helfen die Hürde „meint er das mit der Sessionvorstellung jetzt wirklich ernst“ zu überwinden.

Wenn es kein internes Barcamp für Mitarbeiter, Kunden, Partner, … ist, sollte ein Barcamp immer eine offene Anmeldung bieten. Beispielsweise wurden Foodblogger zu einem Barcamp eingeladen und man sollte sich daraufhin bei der durchführenden Agentur bewerben.

Je nach Thema stellen Ticketpreise keine Hürde dar, vor allem wenn man dafür eine (gute) Vollverpflegung während des Barcamps bekommt. Zu manchen Themen ist es schlicht schwierig, Sponsoren zu finden – vor allem beim ersten Mal. Beim lifeworkcamp hatten wir Tickets zu 39/69 Euro (Early Bird) bzw. 59/89 Euro (normal). Das reduziert die No-Show-Rate dennoch kaum, sie lag hier bei etwa 20%.

Was vermieden werden muss:
– Reine Marketingveranstaltungen (z.B. Firmenname im Camp-Logo)
– Geladene Gäste (Lösung lifeworkcamp: Einladen aber nicht ankündigen um „Augenhöhe“ aller Teilnehmer aufrecht zu erhalten.)
– Keynote-Speaker (Lösung SWR: Der Keynote-Speaker muss den ganzen Tag anwesend bleiben.)
– Missbrauch der „Marke“ Barcamp durch deutliche Abwandlung des Formats

Was ich anbieten kann

Ich wurde gefragt, wie teuer ich denn nun bin, wenn ich ein Barcamp organisiere. Wie so oft lautet die Antwort darauf: „Es kommt darauf an.“ 😉

Für einfache Berater- oder Moderator-Funktionen im Umfeld einer Barcamp-Veranstaltung bin ich ab 1000 Euro buchbar. Wenn ich ein komplettes Camp organisieren soll, reden wir schnell von ein bis zwei Mannwochen Aufwand, die dann auch deutlich teurer sind. Aber wer mich schon als Organisator erlebt hat, weiß, dass ich dann so ziemlich alle TeilnehmerInnen sehr persönlich und herzlich betreue.

Wichtig ist es mir dabei, dass ich notwendiges Wissen vermittele und nicht selbst einen Elfenbeinturm, in dem ich dem ich mein Orga-Wissen horte. So wird das bereist erwähnte futuremusiccamp seit dem zweiten Jahr durch die Popakademie selbst organisiert. Sonst müsste ich mich ja irgendwann klonen…

Und jetzt?

Du hast eine Idee für ein Themencamp?
Du willst ein internes Barcamp organisieren?
Du willst mich als Berater oder Moderator engagieren?
Dann sende mir eine E-Mail und wir schauen, was ich für dich tun kann.

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