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Zensurverhalten in Deutschland

Die Spatzen pfeifen es schon von den Dächern: Unter dem Deckmäntelchen der Kinderpornografie soll es in Deutschland zukünftig ein zensiertes Internet geben. Einige Internetprovider eilen mal wieder (wir erinnern uns an Arcor und Youporn) treu voraus und setzen um, was hoffentlich nie Gesetz werden wird. Einen guten Überblick verschafft die Liste der Zensurprovider (Link via malison.org).

Für die Zensur soll es eine vom BKA zusammengestellte Sperrliste geben, die dann die Internetprovider umsetzen. Das man dabei auch legale Angebote zensiert, ist der Bundesregierung laut FDP-Innenexpertin Gisela Piltz bewusst. Vom Schadenersatz würde man Provider daher freistellen und diesen vom Staat übernehmen. (Erinnert mich daran, schon mal ein paar Rechnungen vorzubereiten…) Dass die Sperren selbst ohne große technischen Kenntnisse überwunden werden und maximal Gelegenheitstäter von der Tat abhalten, ist ebenfalls bekannt.

Wie groß die Kollateralschäden ausfallen, bleibt natürlich abzuwarten. Ich schlage aber schon mal die kompletten Netze von Google, Yahoo, MSN und anderen Suchmaschinen vor, in deren Bildersuche sich bestimmt was finden lässt. Und auf wordpress.com, blogger.com und Co findet sich sicherlich geeignetes Material um ein paar Millionen Blogs vom Netz gehen zu lassen. Und da reden wir nur über Seiten mit Kinderpornografie darauf. Aber was wird aus Seiten mit Informationen über Bombenbau (hier empfehle ich dringen die Sperrung von Amazon wegen dem hier), politisch unerwünschten Informationen (Information über die Zensur zum Beispiel) und Ähnlichem? Denn gibt es so ein Gesetz erst mal, dürfte wohl klar sein, dass die Begehrlichkeiten andere Ministerien nicht lange auf sich warten lassen. So kommen wir dann schnell zu einem unbrauchbaren Internet, dass am Schluss nur noch deutsche Seiten mit deutschem Impressum und regierungskonformer Meinung abrufbar macht. Spätestens dann wander ich nach China aus um in den Genuss meiner dortigen Freiheit zu kommen…

Also: Hände weg von Zensur im Internet! Steckt das Geld lieber in sinnvolle Projekte gegen Kinderpornografie! Denn das diese wirksam(!) bekämpft werden muss, steht außer Frage.

3 Comments

  1. Oh … dieser Post steht glaube ich dann auch bald ganz groß in Gefahr, dass dadurch dein ganzes Blog gesperrt wird …

    erst gestern hatte ich mit eionem politisch engagierten Freund eine diskussion darüber. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass dieses Thema mit den Internetsperren und deren Sinnlosigkeit (und Gefahr für die freie Meinungsäußerung) nur Menschen verstehen, die aus der IT-Branche kommen.

    Ich bin auch gegen (Kinder-)Pornos im Netz … aber nicht durch Sperrlisten!!!

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