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Mehr Mut zum eigenen Inhalt!

Ich habe mich gestern ein wenig gewundert. Während ein großer Teil der deutschen Blogger an der Free Burma! Aktion teilgenommen hat, war die Beteiligung am gestrigen Blog Action Day zum Umweltschutz auffallend gering. Ich habe in meinem Feedreader zumindest deutlich weniger Posts zum Thema aufgefallen. Weltweit weisen beide Aktionen 14.000 (Free Burma) bzw. 15.000 (Blog Action Day) Teilnehmer aus – an der allgemeinen Reichweite kann es also nicht gelegen haben. Warum also wollen Deutsche Blogger fast alle Burma befreien aber nur wenige interessieren sich für Umweltschutz?

Ok, Umweltschutz mag für viele zwar ein wichtiges aber dennoch abgedroschenes Thema sein. Burma war neu. Aber das war bei unseren internationalen Blogger-Kollegen doch nicht anders, oder? Also woran liegt es dann?

Die Antwort auf diese Frage liegt wie ich meine bei Robert Basic. Als großer A-Blogger rief er auf Burma zu befreien und das Rudel folgte gehorsam. Das war zumindest mein Eindruck. Zugegeben: Ich war da nicht besser und habe nur „Free Burma“ gepostet ohne mich damit wirklich auseinanderzusetzen. Bis vor ein paar Minuten wusste ich noch nicht mal wo Burma überhaupt liegt…

Natürlich freue ich mich, wenn Robert es mit viel Engagement schafft für eine zweifelsfrei gute und wichtige Sache zu werben. Aber andererseits erschreckt es mich, dass viele Blogger das Themen einfach nur übernommen haben weil es bequem war. Bei Robert wird vorgekaut, man muss nur wiedergeben ohne selbst groß darüber nachzudenken.

Um es auf den Punkt zu bringen: Ich vermisse bei vielen Blogs (mehr) eigene Themen. Es wird oft nur geschrieben was andere schon gebloggt haben. Nur mal kurz zusammenfassen was andere schon vorgedacht haben ist natürlich leichter. Aber wollen wir wirklich in vielen Blogs die gleichen Inhalte lesen? Vielleicht meint Jörn drum auch Der Lack ist ab und ich zitiere: „Neues wurde durch Rituale ersetzt, Inhalte durch Blabla.“ Auch ihm scheint persönlicher Inhalt in vielen Weblogs zu fehlen.

Auf den Blog Action Day gebracht: Hier hat der große Vordenker gefehlt. Es gab keinen Banner, den man alleine ohne Text bequem in das eigene Weblog stellen konnte. Man war aufgefordert selbst etwas zu recherchieren und zu schreiben. So haben nur wenige Blogger wie Manuel und Stefan sehr engagierte Artikel geschrieben. Schade.

Und um auf Free Burma! zurückzukommen: Natürlich ist es wichtig und sinnvoll solche Aktionen zu unterstützen. Aber eine eigene Sicht auf die Dinge, die über ein „wie baue ich den Banner in mein Weblog ein?“ hinaus ging, habe ich auch hier kaum entdecken können. Wäre auch hier die Aktion mit der Aufforderung verbunden gewesen nicht nur einen Banner zu kopieren sondern etwas dazu zu schreiben hätten wohl weit weniger Leute mitgemacht. (Ob viele Teilnehmer nur mit Banner oder wenige mit Inhalt besser sind lasse ich mal dahingestellt.)

Daher meine ich: Wir brauchen wieder mehr Mut zu eigenem und guten Inhalten in Weblogs. Und ich will mich da selbst nicht ausnehmen. Das soll nicht heißen, dass man nicht auf Trendthemen mit aufspringen darf. Aber zusätzlicher eigener Content macht das Blog erst lebendig.

4 Comments

  1. Mag teilweise zutreffen deine Analyse, aber ich denke, dass deine erste Vermutung häufiger der Fall war. Ein abgedroschenes Thema, das hier in Deutschland immer mehr auf die Nerven geht. Wir sortieren doch schon sein Jahren Müll, fahren kleine und sparsame Autos, haben ein gutes Bahn und ÖPNV-Netz, etc.pp.. Das sieht über dem großen Teich etwas anders aus, aber ich bin inzwischen eher genervt von diesem Umwelttrara.

  2. Ich denke, es läuft auf die Frage hinaus, wie die „Alarmierung“ in der Blogosphäre funktioniert. Ich denke, der Blog Action Day ist in Deutschland an ähnlichen Hürden gescheitert, wie die Burma-Aktion in den USA: Die internationale Vernetzung ist noch nicht so, wie wir bisher annahmen.

    Vom Blog Action Day habe ich erst erfahren, als er vorbei war – und das obwohl ich mehrere Blogs die daran teilnahmen abonniert habe. (Habe mir dann überlegt, ob ich noch was „hinterherschiebe“ 🙂

    Bei solchen Blog-Aktionen hängt es wahrscheinlich sehr stark davon ab, ob die vielgelesenen Blogs im betreffenden Land die Sache erwähnen (und auch wie sie das tun).

    Und wie die Wissenswerkstatt treffend festgestellt hat: Die Blogosphäre ist eine Diva – und das ist gut so. (Auch wenn der eine oder andere gute Ansatz von dieser Diva ignoriert wird)

  3. „Genervt vom Umweltrara.“

    Genau – nervt nur noch, machen wir einfach weiter wie bisher 🙁

    Ich denke auch, es war eben nicht mit nem Banner getan, da ist man halt schnell dabei.

    Eigene Inhalte sind gut – aber es dauert halt, diese zu erstellen… Ich merke das auch immer wieder, dass es mehr Zeit in Anspruch nimmt, als man denkt.

  4. mein Beitrag zum Blog Action Day war eher stiller Natur.
    Ein Tag ohne surfen im WWW.

    Sinn davon? Stromverbrauch senken.
    Jeder Klick im Internet verbraucht Strom, angefangen vom eigenen PC, über den I-net Anbieter bis zum Betreiber des Server bei dem die Webseite läuft.

    ein Tag ohne Internet. Er war witzig wie man sich die Zeit mit anderen Dingen vertreibt.

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