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eBay als Werbeplattform

Das Online-Casino "Golden Palace" versucht anscheinend durch das Gewinnen von skuriellen Auktionen bei eBay auf sich aufmerksam machen zu wollen. Darunter unter anderem den angebissenen Käsetoast, der angeblich den Antlitz der Jungfrau Maria erkennen lässt, oder aber einen autonomen Gehstock, der angeblich selbständig gegangen ist. Jede der Auktionen wurde für mehrere zehntausend Dollar abgeschlossen. Ob diese ungewöhnlichen Werbemaßnahmen Erfolg haben, wird der Gschäftsverlauf von Golen Palace in Zukunft zeigen. [Quelle: futurezone.ORF.at via Der Schockwellenreiter]

Ich selbst beobachte bei eBay eigentlich permanent eine andere Form der Werbung: In vielen Kategorien laufen regelmäßig Auktionen, die keinen direkten geschäftlichen Erfolg versprochen. Häufig sind es fünfmal oder noch häufiger direkt nacheinander Auktionen von fast dem selben Produkt, die keinen direkten geschäftlichen Erfolg erzielen können. Meine Vermutung, dass es sich um preiswerte "Anzeigenschaltungen" handelt, liegen vor allem in den folgenden Punkten begründet:

  1. Die mehrfache Auktion des selben Produkts direkt nacheinander, so dass diese in den Listen (Kategorie, Suche, etc.) garantiert nicht übersehen werden kann.
  2. Regelmäßig Wiederholung der Auktionen genau nach dem selben Muster, häufig sogar in einem 4-Stunden-Takt. Dies gilt durchgehend, also auch außerhalb bekannter "guter" Verkaufszeiten.
  3. Bei den Produkten, die ich überprüft habe, weiss ich, dass die Auktionen Preise quasi direkt zum Einkaufspreis durchgereicht werden. Die Margen liegen im Centbereich und können durch die meist kaum vorhandenen Verkäufe die anfallenden ebay-Gebühren nicht ansatzweise decken.
  4. Es handelt sich um niedrigpreisige und häufig "stilische" Produkte, die das Interesse der Kunden möglichst gut wecken können.

Unter dem Strich bleiben einige Euro Kosten für eine "Anzeige", die auf einer der meistbesuchten Webseiten der Welt geschaltet ist. Zwar verbietet eBay in den Auktionen direkte Links in die Webseite des Betreibers, aber aus eigener Erfahrung weiss ich, dass genügend Leute per "Nachricht an den Verkäufer" nach der Webseite, einem Online-Shop und anderen Produkten fragen, wenn ein gewerbsmäßiger Verkauf als solcher gekennzeichnet ist.

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Geschrieben von
Jan Theofel
am 12.03.2005
um 17:50 Uhr

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